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Über Geld spricht man nicht...
… und schon gar nicht darüber, wenn das Geld knapp wird. Das ist auch der Grund, warum sich die große Masse von Hartz IV – Empfängern und Geringverdienern eher im Hintergrund hält.
Trotzdem wird in letzter Zeit immer öfter und immer lauter darüber gesprochen, dass viele Arbeitnehmer trotz Vollbeschäftigung mit ihrem Einkommen nicht mehr für ihren menschenwürdigen Lebensunterhalt sorgen können und zusätzlich noch auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. In mehreren Bereichen werden Beschäftigte ausgebeutet und arbeiten zu Hungerlöhnen. Für Schlagzeilen haben da die privaten Postzusteller gesorgt.
Wenige Tage nach dem Beschluss der großen Koalition zur Einführung eines Mindestlohnes für die Postzusteller waren schon die ersten Drohungen von Massenentlassungen zu hören. Die vom Verlagshaus Axel Springer geführte PIN Group AG will in einem ersten Schritt „weit über 1000 Mitarbeitern“ kündigen, eine Drohung, die Wirkung zeigt.
Bevor eventuell auch für andere Branchen ein Mindestlohn eingeführt wird, soll erst der „Arbeitsmarkt beobachtet werden“ und die Bundeskanzlerin sieht ihre Vorbehalte gegen die Einführung von Mindestlöhnen bestätigt.
Anders läuft derzeit die Diskussion um die Managergehälter.
Die Forderung nach einer Begrenzung nach oben ist wohl eher unrealistisch. Sehr schnell würden wohl Mechanismen erfunden, um die gesetzlich festgelegten Obergrenzen zu umgehen. So muss es wohl in erster Linie Aufgabe der Aufsichtsräte bleiben, überhöhte Managergehälter zu verhindern. Außerdem erscheint es doch eher heuchlerisch, wenn die Parteien, die den Spitzensteuersatz auf 42 % abgesenkt haben, sich jetzt über zu hohe Einkommen aufregen. Eine Kehrtwende im Steuerrecht mit einem Spitzensteuersatz nicht unter 50 % wäre hier wohl angebracht.
Quelle: Gerlinde Bayer, KAB-Diözesanvorsitzende, Rundbrief Nr. 4 Dezember 2007 Diözesanverband Regensburg e.V.
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